Erbrecht

Auf dem Gebiet des Erbrechts beraten wir unsere Mandanten umfassend hinsichtlich der Gestaltung der eigenen Vorsorge. Hierzu gehört die Erstellung eines Testaments, einer Vorsorgeverfügung und einer Patientenverfügung.

Im Erbfalle vertreten wir Ihre Interessen ebenso wie bei der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen. Frau Rechtsanwältin Loh ist darüber hinaus auch zertifizierte Testamentsvollstreckerin.


Vorsorge

Durch die Gestaltung eines einfachen Testaments gewinnen Sie erheblich an Rechtssicherheit und können so Sorge dafür tragen, dass nach Ihrem Ableben Ihr Vermögen so aufgeteilt oder weitergereicht wird, wie Sie es sich zu Lebzeiten vorstellen. Häufig ist es durch eine geschickte Testamentsgestaltung möglich, Streit unter den Erben zu vermeiden und auch eine möglichst steuergünstige Gestaltung zu erreichen.

In aller Regel ist auch die Abfassung eines handschriftlichen Testaments ausreichend, so dass auch erhebliche Beurkundungskosten gespart werden können. In rechtlicher Hinsicht weisen wir darauf hin, dass an die Abfassung eines Testaments in formeller Hinsicht recht geringe Anforderungen gestellt werden. Das Testament muss mit der eigenen Hand geschrieben werden und von Ihnen selbst unterschrieben werden. Es soll im Übrigen ein Datum enthalten und es soll einen Hinweis darauf enthalten, dass es sich um eine Verfügung von Todes wegen handeln soll. Ein Testament ist auch wirksam, wenn es notariell beurkundet worden ist. Für bestimmte Ausnahmesituationen sieht das Gesetz noch andere Möglichkeiten einer wirksamen Errichtung von Testamenten vor. Der Regelfall ist allerdings die handschriftliche Errichtung oder die notarielle Beurkundung. 

Viele meinen, dass die Errichtung eines Testaments nicht nötig sei, weil sie verheiratet sind und der Ehepartner ja ohnehin alles erbt. Dabei wird allerdings übersehen, dass der Ehepartner nur dann alleiniger Erbe nach seinem Ehegatten ist, wenn es keine Kinder gibt. Anderenfalls  erben neben dem überlebenden Ehegatten auch die Eltern oder die Geschwister des Erblassers. Dabei handelt es sich häufig um eine nicht gewünschte Erbfolge, hier hilft ein einfaches handschriftliches Testament.

Gibt es minderjährige Kinder, ist die Errichtung eines sogenannten „Berliner Testaments“ wichtig, um sicherzustellen, dass der überlebende Ehegatte allein erbt und nicht darauf angewiesen ist, dass bei Verfügungen über das Vermögen für die minderjährigen Kinder eine Ergänzungspflegschaft bestellt wird. Erst Recht ist bei einem behinderten Kind die Errichtung eines Testaments wichtig, um dieses  möglichst gut abzusichern und den Zugriff des Staates auf das vererbte Vermögen zu verhindern. Zu einer angemessenen Vorsorge gehört im Übrigen auch die Errichtung einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung. Auch bezüglich dieser beiden Punkte beraten wir Sie gern. Auch hier ist häufig bei der Vorsorgevollmacht keine notarielle Beurkundung notwendig. Eine öffentliche Beglaubigung der Hansestadt Lübeck ist oft ausreichend und sehr viel günstiger zu errichten.

 

Pflichtteil

Ist ein naher Angehöriger durch ein Testament oder durch einen Erbvertrag vom Erblasser enterbt worden, stehen dem enterbten Angehörigen Pflichtteilsansprüche gegen den Erben zu. Der Pflichtteilsanspruch beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wären Sie zum Beispiel als Kind Ihres verstorbenen Vaters eigentlich Alleinerbe, weil es keine Geschwister oder Ehegatten gibt, dann beträgt Ihr Pflichtteilsanspruch ½ des Wertes des gesamten Nachlasses. Besteht z.B. der Nachlass aus einem Hausgrundstück im Wert von 250.000,00 €, haben Sie einen Zahlungsanspruch gegen den Erben in Höhe von 125.000,00 €.

Pflichtteilsberechtigt sind Kinder, Enkel, Urenkel, Eltern und Ehegatten des Erblassers. Der Pflichtteil kann nur in ganz gravierenden Vorfällen mit den Pflichtteilsberechtigten per Testament entzogen werden. Daher ist es wichtig, dass mögliche Pflichtteilsansprüche schon bei der Gestaltung des Testaments berücksichtigt werden. Durch eine geschickte Testamentsgestaltung können Pflichtteilsansprüche erheblich reduziert werden.

Sind Sie selbst nach einem Erbfall pflichtteilsberechtigt, müssen Sie beachten, dass die Pflichtteilsansprüche innerhalb eines Zeitraums von 3 Jahren verjähren. Hier benötigen Sie vor allen Dingen gute Informationen über die Höhe des gesamten Nachlasses, um Ihre Pflichtteilsansprüche geltend machen zu können. Auch das vor dem Tode weggeschenkte Vermögen des Erblassers ist zu berücksichtigen und löst sogenannte Pflichtteilsergänzungsansprüche aus.

 

Testamentsvollstreckung

Frau Rechtsanwältin Loh ist die zertifizierte Testamentsvollstreckerin in unserem Hause und führt die Testamentsvollstreckungen mit viel Übersicht und Durchsetzungskraft ganz in Ihrem Sinne aus. Oberste Prämisse ist hier die Umsetzung des Willens des Erblassers, welcher sich im Testament wiederfindet. Die Testamentsvollstreckung bietet sich an, 

wenn schon im Vorhinein Streit absehbar zwischen den Erben ist, wenn es sich um minderjährige Erben handelt oder 

durch das Testament eine Enterbung eines Pflichtteilsberechtigten vorgesehen ist, so dass möglicherweise der testamentarisch eingesetzte Erbe Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer testamentarischen Anordnung benötigt.

 

Anfechtung eines Testaments

Bestehen Zweifel an der Testierfähigkeit eines Erblassers bzw. bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der Erblasser kurz vor seinem Tode noch zur Abänderung seiner letztwilligen Verfügung genötigt wurde o.ä., besteht die Möglichkeit für die Beeinträchtigten das Testament anzufechten. Hier kommt es vor allen Dingen auf die sachverständigen Zeugen an, also auf die behandelnden Ärzte, so dass wir in einem solchen Fall immer empfehlen, möglichst viele Behandlungsunterlagen zu sichern, die möglicherweise noch vorhanden sind. Durch eine erfolgreiche Testamentsanfechtung kommt es dann entweder dazu, dass die vorhergehende Verfügung wieder Wirksamkeit erlangt oder ggf. auch die gesetzliche Erbfolge eintritt. Auch insofern beraten und betreuen wir Sie gern.